ECO WATT - Klimaschutz als Kapitalanlage


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Presseerklärung zum Abschluss des Projektes

Presseinformation zum Abschluss des ECO-Watt-Projektes

 

Nach acht Jahren Projektlaufzeit zieht der Geschäftsführer der ECO-Watt GmbH, Dieter Seifried, eine rundum positive Bilanz: Das erste Bürgerbeteiligungs-Einsparkraftwerk, das ECO-Watt Projekt an der Staudinger Gesamtschule, hat sich für alle gelohnt: Für die Umwelt, für die Kapitalgeber, für die Schule und für die Stadt. In den acht Jahren konnten durch die Investitionen der Bürger rund 5,4 Mio. Kilowattstunden Wärme eingespart werden, das entspricht einer halben Million Liter Heizöl oder einer Treibstoffmenge, die ein durchschnittlicher Pkw benötigt, um rund 200 mal um die Erde zu fahren.

Der Stromverbrauch wurde um über 1,4 Mio. Kilowattstunden reduziert. Auch beim Wassersparen war das Projekt erfolgreich: gegenüber dem Verbrauch vor Projektbeginn konnten insgesamt 77 Mio. Liter Wasser eingespart werden. Um sich unter dieser Zahl etwas vorstellen zu können, haben die Schüler der Staudinger Gesamtschule ausgerechnet, dass ein 20 x 50 m großes Schwimmbecken 77 m tief sein müsste, um diese Wassermenge zu fassen. Diese eingesparte Wassermenge würde auch ausreichen, um 500.000 Badewannen zu füllen.

 

Neben dieser positiven Umweltbilanz haben sich Schule und Kapitalbeteiligte an dem wirtschaftlichen Ergebnis des Projektes erfreut: Das eingesetzte Kapital konnte mit 6% verzinst werden und wird Ende des Monats an die Kapitalgeber zurückbezahlt.

Die Schule hat gleichfalls von dem Einsparerfolg profitiert. Insgesamt konnten aus den Erträgen des Einsparkraftwerkes der Staudinger Gesamtschule 79.000 Euro zur freien Verfügung gestellt werden. Von diesen Mitteln konnte die Schule beispielsweise eine Theaterausrüstung, Lautsprecher für die Schülerband, eine Schnursense für die Garten-AG, Ausstattungen für das Werkspielhaus und eine weitere Photovoltaik-Anlage anschaffen.

 

Klimaschutz ist also keineswegs teuer oder unbezahlbar. Im Gegenteil: es lohnt sich Geld in effizientere Heizungs- oder Beleuchtungstechnik zu stecken. Auf die Frage, warum dann die Städte nicht mehr Geld für den Klimaschutz bereitstellen, hat der Geschäftsführer keine einfache Antwort: „Es ist häufig eine Gemengelage aus verschiedenen Gründen, die aktiven Klimaschutz verhindern: Knappe Finanzmittel, Personalmangel und keine echten Anreize für die Akteure in der Verwaltung, das mögliche Einsparpotential auszuschöpfen.“

 

Ein Mangel an Investitionskapital ist nach Auffassung des Geschäftsführers der Eco-Watt GmbH das kleinste Problem. Es gibt genügend Bürger und Banken, die gerne in Effizienztechnologien investieren würden. Hemmschuh sind vielmehr die Verwaltungen, die sich nicht in die Karten schauen lassen wollen und lieber weitermachen wie bisher – auch wenn inzwischen Klimaschutz ganz oben auf der politischen Agenda steht. So wird das ECO-Watt-Projekt trotz seines Erfolges kein Nachfolgeprojekt in Freiburg nach sich ziehen.

 

Der Schulleiter der Staudinger Gesamtschule, Herr Wolfgang Kolb, stellt fest, dass während der achtjährigen Projektlaufzeit des ECO-Watt-Projektes sehr viele Impulse auf schulische Aktivitäten ausgegangen sind. Almut Witzel, Physiklehrerin und Leiterin des Lehrer-Schülerarbeitskreises Eco-Watt/Umwelt AG, erläuterte, wie Lehrer in ihrer schulischen Arbeit die Vernetzung von Mensch und Natur aufzeigen und dazu beitragen, die Schülerinnen zu einer nachhaltigen Lebensweise zu ermuntern.

Im Laufe der Jahre haben immer wieder unterschiedliche Aktionen stattgefunden, die in der Schule einen Schwerpunkt auf den Umgang mit Energieversorgung, Müllvermeidung u.a. gesetzt haben. Z.B. gab es für die ganze Schule folgende Aktionstage:

• „Aktionstag: Schule kalt und dunkel“;

• Projektwoche „Raumschiff Erde“;

• Klimaschutztag mit Besuchen in verschiedensten Freiburger Einrichtungen, die mit Klimaschutz zu tun haben;

Daneben fanden viele Aktivitäten für einzelne Klassen statt, so z.B. Theaterszenen-Gestaltung; Energiefuchs-Ausbildung; Aufbau von Solaranlagen,...

 

Wir haben alle gelernt, so Physikerin Almut Witzel, dass für eine zukunftweisende Energieversorgung drei Dinge zusammenkommen müssen: intelligente Technik, richtiges Nutzerverhalten und die effiziente Nutzung der erneuerbaren Energien.

 

Mit den im Rahmen des Projektes erzielten Einsparungen von 20 bis 30% im Bereich der Strom- und Wärmeversorgung ist der Geschäftsführer des Eco-Watt-Projektes zufrieden. Allerdings ist damit das wirtschaftliche Einsparpotential noch längst nicht ausgeschöpft: In einem großen Teil der Schule konnte Eco-Watt die Beleuchtung nicht sanieren, weil dies im Verbund mit Brandschutzmaßnahmen gemacht werden muss. Diese ließen jedoch bislang auf sich warten. Ein anderes Beispiel: Die Heizungsanlage in der Staudinger Gesamtschule stammt noch aus den 70er Jahren. Auch hier waren Eco-Watt die Hände gebunden, weil zwischen der Stadt Freiburg und der badenova ein Wärmelieferungsvertrag besteht und badenova die beiden alten Kessel betreibt.

Letztlich liegen auch noch die Einsparpotentiale bei der Außenhülle brach: Eine Wärmedämmung oder neue Fenster rechnen sich nur dann, wenn die Außenhülle der Schule ohnehin saniert werden muss. Eine Sanierung der kompletten Außenhülle wäre zwar nötig, ist aber auf Grund der Haushaltslage derzeit nicht vorgesehen. Zudem ist zu bedenken, dass Wärmedämmmaßnahmen in der Regel zwar wirtschaftlich sind, aber wesentlich längere Amortisationszeiten aufweisen, als die acht Jahre, die im Contractingvertrag zwischen der Stadt Freiburg und dem Eco-Watt-Projekt vereinbart waren.

 

Auf einen weiteren Aspekt weist der Geschäftsführer der Eco-Watt Gesellschaft hin: Die eingesparte Strommenge wurde trotz der umgesetzten Investitionen und Bemühungen während der Vertragslaufzeit im Laufe der acht Vertragsjahre kleiner. Das lag keineswegs daran, dass die Einspartechnik versagt hätte, sondern daran, dass zusätzliche Verbraucher in der Schule angeschafft wurden: Mehrere Computerräume, zusätzliche Computer in Lehrer- und Klassenzimmern, zusätzliche Klassenzimmer und Beleuchtungsanlagen und andere Anwendungen führten dazu, dass der Stromverbrauch trotz der durchgeführten

Einsparmaßnahmen wieder angestiegen ist. Oder anders ausgedrückt: ohne das durchgeführte Eco-Watt-Projekt würde die Schule heute etwa 10 bis 20 Prozent mehr Strom verbrauchen als vor Projektbeginn im Jahr 1998.

Der Geschäftsführer drückt sein Bedauern aus, dass ein Vergleich mit der durchschnittlichen Verbrauchsentwicklung der Freiburger Schulen nicht möglich ist, weil ein Energiebericht über die städtischen Gebäude seit 7 Jahren aussteht und somit die Stromverbrauchsentwicklung in den Freiburger Schulen nicht bekannt ist.

 

ECO-Watt macht Schule….

in Freiburg…

Nach den ersten Erfolgen im ECO-Watt-Projekt drängte der Freiburger Gemeinderat auf mehr Energie-Contracting in anderen Gebäuden der Stadt. Mehrere Objekte wurden in so genannte Pools zusammengeschlossen und dabei darauf geachtet, dass die jährlichen Energiekosten eines Gebäudepools größer als 250.000 Euro sind. Die Projekte wurden europaweit ausgeschrieben.

...und an anderen Orten

Auch in Nordrhein-Westfalen trug ECO-Watt Früchte. Dort wurde in Kooperation mit dem Wuppertal Institut unter dem Motto„100.000 Watt-Solar-Initiative“ die Idee weiter entwickelt. Diese hatte zum Ziel, an ausgesuchten nordrhein-westfälischen Schulen pro Schüler 50 Watt Solarstromanlagen zu installieren und zusätzlich 50 Watt Beleuchtungsleistung einzusparen. Eine Schule mit ca. 1.000 Schülerinnen und Schülern kann so ein 100.000 Watt-Solar-Einsparkraftwerk errichten. An vier Schulen in Nordrhein-Westfalen entstanden Bürger-Contracting-Projekte nach dem Vorbild ECO-Watt, jedoch mit wesentlich größerem solaren Investitionsanteil. Außerdemwurde dort die Kraft-Wärme-Kopplung stärker einbezogen.

 

ECO-Watt feiert

Am Samstag, 13. Oktober wird ab 15.30 Uhr in der Staudinger Gesamtschule gefeiert. Bei Kaffee und Kuchen wird ein kurzweiliges Programm (Experimente, Energiefahrrad, Musik, Gedichte, Solaranlagen-Demo, Ausstellung) Energieimpulse geben.

Um 17 Uhr werden Vertreterinnen von Schule, ECO-Watt, Stadt und Anlegern kurze Reden halten, die durch Sprechgedichte und Musik begleitet werden. Danach läuft das Programm weiter.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

• Dieter Seifried, Geschäftsführer ECO-Watt GmbH,

 

Einweihung der elektronischen Anzeigetafel

Pressemitteilung vom 6.3.2002

An der Staudinger Gesamtschule wurde am 6. März 2002 eine elektronische Anzeigetafel eingeweiht, die in Deutschland bislang einmalig ist. Lehrer, Schüler und Besucher können in dem Foyer der Schule direkt erleben, was in der Energieversorgung der Schule vor sich geht. Wenn Schulleiter Kolb die Schule betritt, kann er mit einem Blick erkennen, welchen Beitrag die Solaranlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung leisten. Frau Witzel, die Projektleiterin der schulinternen ECO-Watt-Arbeitsgruppe, interessiert sich mehr für den gegenwärtigen Strom- und Wärmeverbrauch sowie die erzielten Einsparungen in diesem Bereich - schließlich ist die Schule an den eingesparten Energiekosten beteiligt. Die Schüler sind insbesondere im Sommer an den Wetterdaten interessiert: Klettert die Außentemperaturanzeige über den magischen Wert von 30 Grad Celsius, der den Unterricht beenden könnte?

Ziel der Schautafel ist es, das Interesse von Schülern und Lehrern an dem komplexen Thema Energieversorgung und Klimaschutz zu wecken. Ausgangspunkt ist dabei ihr direktes Umfeld: der Energie- und Wasserverbrauch der Schule. Da an der Schule bereits umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Energiesituation durch die ECO-Watt GmbH & CoKG durchgeführt wurden, lassen sich an der Staudinger Gesamtschule auch die Handlungsmöglichkeiten fürs Energiesparen und eine nachhaltige Energieversorgung sowie die zu erzielende beeindruckende Erfolge aufzeigen.

Die "Anlage zur Visualisierung des Energieverbrauchs und der Energieeinsparung" wurde von verschiedenen Seiten unterstützt:

Das Ministerium für Umwelt und Verkehr hat die Anlage mit 14.500 Euro finanziell gefördert

Die Stadt Freiburg stellte durch Leitungsverlegung in der Schule einige bauseitigen Maßnahmen bereit.

Die ECO-Watt GmbH & CoKG hat zunächst durch die energietechnische Sanierung der Schule im Bürger- Contracting-Verfahren die Voraussetzungen für die großen Energieersparnisse geschaffen und dann zusammen mit der Firma Messwert GmbH (Link zu www:messwert.de) aus Göttingen die Anlage entwickelt und in Kooperation mit LehrerInnen und SchülerInnen gestaltet

Die Anlage zur Visualisierung besteht aus zwei Teilen, einer elektronischen Anzeigetafel der verschiedenen aktuellen Energiewerte (siehe Bild, die Schautafel können Sie sich hier als pdf-Datei anschauen) und einer immer wieder neu zu gestaltenden Informationstafel mit Erläuterungen. Die Informationstafel dient dazu Einzelaspekte der elektronischen Anzeigentafel zu erläutern oder zu veranschaulichen sowie weitere Informationen über die Energieeinsparung, über die solare Einstrahlung oder den Verbrauch zu liefern (z.B. Langzeitkurven der Sonnenstromernte).

 

 
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